Beziehungskrisen überwinden!

Und gemeinsam den Weg in die Zukunft finden

Nichts im Leben ist umsonst - bis auf den Tod und die Steuer! Diese klugen Worte verdeutlichen, dass wir alles, was uns wichtig ist, erarbeiten müssen. Auch die Liebe, Freundschaft, Partnerschaft!

Verglichen mit einer kleinen Pflanze ist die Liebe zu Beginn einer Beziehung ein Sprössling, der sorgfältig gehegt und gepflegt wird. Alle schädlichen Umwelteinflüsse werden ferngehalten, damit nichts dem Wachsen und Gedeihen im Wege steht. Je größer eine Pflanze, je älter eine Beziehung, desto widerstandsfähiger wird sie ohne zusätzlich Hilfe. Die Arbeit und tägliche Zuwendung nimmt ab. Bis zu einem gewissen Maß ist das akzeptabel und auch ganz natürlich. Pflanze und Lebensgemeinschaft habe eine innere Stärke erlangt, um gegen schädliche Einflüsse zu trotzen. Gleichzeitig steigt jetzt die Gefahr des Vergessenwerdens. Wer schenkt der großen Eiche hinterm Haus regelmäßig bewusst Aufmerksamkeit? Die bekommt der schon immer dagewesene, zuverlässige, altgediente Baum erst, wenn bereits im Sommer die Blätter fallen oder im Frühling äste kahl bleiben. Dann geht die Ursachenforschung los, es wird sich gekümmert, die Eiche ist in unser Bewusstsein vorgedrungen.

Routine als Anfang vom Ende

Ebenso verhält es sich mit Beziehungen. So lange alles läuft, wird kein großer Gedanke an das Zusammenleben verschwendet. Verhaltensmuster schleifen sich ein, der Alltag wird zur Gewohnheit, Routine bestimmt das Leben. Dieser Prozess ist natürlich und findet in jeder längeren Partnerschaft statt. Jeder Partner kennt sich und den anderen, Vorlieben, Wünsche, Aufgaben und auch Fehler. Man hat sich gegenseitig angepasst, aufeinander eingestellt, Aufgaben und Rollen verteilt. Die Zeit des gegenseitigen Erforschens und das große Abenteuer gemeinsame Alltagsbewältigung liegen hinter einem. Problematisch wird es, wenn die Routine und der Alltag so überhand nehmen, dass alles, was den Reiz der Partnerschaft ausgemacht hat, auf der Strecke bleibt. Viele Beziehungen enden nicht mit einem großen Knall, sondern still und leise über viele Jahre hinweg - das typische Auseinanderleben von Paaren im mittleren Alter. Wer hier rechtzeitig gegensteuert, Krisen erkennt und zusammen bewältigt, hat gute Chancen auf ein gemeinsames Altwerden.

Krisen kommen langsam und leise

Wirkliche Krisen sind dabei nicht hitzige Streitgespräche. Streit und Konflikte gibt es in jeder Beziehung. Sie sind wichtig, um sich gegenseitig Kennenzulernen, Grenzen aufzuzeigen, Standpunkte festzulegen. Typisch für einen Streit in einer intakten Beziehung ist die anschließende Versöhnung. Auch wenn die nicht immer mit den sprichwörtlichen Folgen enden muss - in der Regel fühlt sich ein Paar nach einem konstruktiven Streit stärker vereint.

Anzeichen für eine echte Krise sind:


  • Streit ohne Versöhnung, Machtkämpfe
  • Schweigendes Nebeneinander
  • Nachlassende Unterstützung bei häuslichen und familiären Aufgaben
  • Zunehmende Respektlosigkeit, Missachtung des Partners
  • Nachlassendes sexuelles Interesse
  • Emotionale Erpressung

Die Schwierigkeit beim Erkennen von Krisen liegt darin, dass die Entstehung der Krise ein leiser, schleichender Prozess ist. ähnlich einer Pilzerkrankung im Eichenholz schlummert die Krise jahrelang unter der Oberfläche, bis sie für einen oder beide Partner spürbar wird. Durch die allmähliche änderung der Gefühle in der Beziehung stellen sich beide Partner immer wieder auf die neue Situation ein, arrangieren sich. Erst wenn für einen der Zustand unhaltbar ist, wird die Krise sichtbar und überlegungen werden angestellt, wie lange es schon so geht.

Reden hilft

Der wichtigste Schritt nach dem Erkennen der Krise ist Reden, Reden, Reden! Was jetzt nicht gebraucht wird, sind gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Auch sollten sich beide Partner darin einig sein, gemeinsam weiter durch das Leben gehen und deshalb auch gemeinsam den Weg aus der Krise finden zu wollen.

Was es nicht gibt, ist ein Geheimrezept oder ein Mittel, um Krisen in der Beziehung zu meistern. Einige grundsätzliche Punkte können allerdings den Weg zurück in eine harmonische Partnerschaft ebnen.

1. Offen über die Krise reden

Mit der Erkenntnis "es kriselt" ist bereits der erste Schritt Richtung glückliche Partnerschaft getan. Jetzt müssen die Schwierigkeiten offen auf den Tisch. Keine Vorwürfe, sondern eine objektive Bestandsaufnahme sollten die Basis der Kommunikation bilden.

"Wo stehen wir?"
"Was hat sich verändert?"
"Welche Ursachen haben die Veränderungen?"
"Welche Wünsche / Sehnsüchte haben wir?"

2. Lösungen suchen
Nach der Erkenntnis, wo die Probleme liegen, kann gemeinsam eine Lösung gesucht werden. So vielfältig wie die Ursachen können natürlich auch die Lösungsansätze sein. Weniger Zeit durch mehr Arbeit, weniger Lust aufgrund Hormonumstellungen, weniger gemeinsame Unternehmungen aufgrund der Kinderbetreuung - die Liste ist beliebig erweiterbar. Die Kreativität des Paares ist gefragt, um Möglichkeiten zu finden, trotz geänderter Rahmenbedingungen wieder die Gefühle der ersten Jahre in die Beziehung zu holen.

3. Neue Verhaltensmuster etablieren
Das Problem ist erkannt, eine Lösung gefunden - jetzt müssen die neuen Erkenntnisse nur noch in die Tat umgesetzt werden. Bei manchen Lösungsstrategien gibt es einfache Umsetzungen - z.B. Babysitter für Abende zu zweit organisieren - andere Ideen basieren eher auf einem Lernprozess. Besonders wenn alte Verhaltensmuster abgelegt und neue erlernt werden müssen, bedarf es ständiger Wiederholungen. Wichtig hierfür ist eine gegenseitige tolerante und liebevolle Unterstützung. Beide Partner dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass sie für ein gemeinsames Ziel kämpfen.

Unterstützung suchen und annehmen

Hat ein Paar das Gefühl, den Weg aus der Krise nicht alleine zu finden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen. Gespräche mit Vertrauenspersonen oder Beziehungstipps im Internet können erste Ansatzpunkte sein. Wer darüber hinaus professionelle Unterstützung benötigt, kann sich an Paartherapeuten wenden. Eheberatung, Paarberatung oder Beziehungscoaching werfen ein neues Licht auf altbekannte Probleme. Egal, für welchen Weg ein Paar sich entscheidet, wenn das gemeinsame Ziel der Fortbestand der Beziehung ist, sollte keine Etappe zu schwer, zu lang oder zu steil sein, um sie zusammen zu bewältigen!